Aus der Finanzverwaltung

Neukalkulation der Abwassergebühren ab 01.01.2026

Rathaus_Winter

Wie bereits in der AZ am 23.12.25 berichtet hat der Gemeinderat in seiner Dezember-Sitzung die Erhöhung der Abwassergebühren zum 01.01.2026 beschlossen. Demnach steigt die Einleitungsgebühr, welche in den letzten beiden Kalkulationszeiträumen vorübergehend gesenkt werden konnte, von bisher 2,10€/m³ auf nun 3,21€/m³ und die reine Schmutzwassergebühr (= nachweislich keine Einleitung von Regenwasser) von bisher 1,53€/m³ auf 2,36€/m³. Diese neuen Gebührensätze gelten für die nächsten drei Jahre und sind bis zum Ende des neuen Kalkulationszeitraums (31.12.2028) festgeschrieben. Auf die Einführung einer Grundgebühr für die Abwasserbeseitigung, wie es in anderen Kommen teils üblich ist, wurde dabei bewusst verzichtet um keine Ungleichbehandlung zu erzielen.

Gründe für die deutliche Erhöhung der Einleitungsgebühr sind unter anderem, dass Überschüsse aus früheren Jahren inzwischen aufgezehrt sind und nun eine Unterdeckung aus der vorherigen Kalkulationsperiode 2023 bis 2025 ausgeglichen werden muss.

Zudem kommt die Gemeinde Lauben ihrer gesetzlichen Verpflichtung aus der Eigenüberwachungsverordnung nach, denn gelangt aus schadhaften Kanälen einer Kommune Abwasser in Grundwasser und Boden, ist dies nach § 324 StGB strafbar. Seit 2024 werden deshalb umfangreiche TV-Inspektionen, eine Fortschreibung des Kanalkatasters im Rahmen einer Bestandsanalyse, Kapazitätsberechnungen, bauliche und hydraulische Zustandsbeurteilungen sowie eine bauliche Sanierungsplanung für das gesamte Entwässerungssystem im Gemeindegebiet durchgeführt. Diese umfangreichen Maßnahmen werden voraussichtlich Anfang 2026 abgeschlossen sein und haben dann insgesamt ca. 255.000 € laufende Kosten verursacht, welche so bei der letzten Gebührenkalkulation Ende 2022 noch nicht absehbar waren. Für die Zukunft haben die ermittelten Werte einen großen Mehrwert. Das Gesamtsystem der Abwasserableitung kann angemessen und zustandsorientiert instandgehalten werden.

Zu diesen Kosten kommt, dass neben steigenden Energiepreisen, Sach- und Aufwandskosten vor allem auch die Beteiligung der Gemeinde Lauben am Anlagevermögen des Abwasserverbands Kempten (aktuell 11,36 %) zu Buche schlägt. Der AVKE hat in den vergangenen Jahren sehr hohe Summen investiert und wird dies auch noch in den Folgejahren tun um die Abwasserbehandlung und -beseitigung an sich verändernde gesetzliche Anforderungen anzupassen, die bestehende Infrastruktur instand zu halten und auch die Effizienz der Abwasserbeseitigung zu steigern. Durch diese Investitionen sollen die Betriebskosten des AVKE für die Abwasserbeseitigung langfristig stabil gehalten werden.

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